Schulbeirat

Das Hessische Schulgesetz, in das erstmalig 1993 "Schulen in freier Trägerschaft" aufgenommen wurden fordert u. a., dass die Schule "Formen der Mitwirkung von Eltern, Schülerinnen und Schülern gewährleisten" muss. Dieser Forderung entsprach der Generalvikar der Diözese Mainz mit der Herausgabe der "Durchführungsregelungen zur Grundordnung für Katholische Schulen in freier Trägerschaft im Lande Hessen" (Kirchliches Amtsblatt vom 30.11.1994).
So ist z.B. das Recht zur gemeinsamen Anhörung, der Mitwirkung und zur Mitbestimmung von Lehrkräften, Eltern und der Schüler/innen  u.a. durch die Einrichtung des Schulbeirates gewährleistet. 
Der Schulbeirat entspricht dem Organ der hessischen Schulverwaltung, der Schulkonferenz. Schulbeirat und Schulkonferenz unterscheiden sich in ihren Kompetenzen jedoch wesentlich voneinander. Die Schulkonferenz, in der unter Vorsitz der Schulleiterin oder des Schulleiters Lehrkräfte (50 % der Sitze), Eltern- und Schülervertreter oder - vertreterinnen (gemeinsam 50 % der Sitze) über alle wichtigen Angelegenheiten der Schule beraten und beschließen, ist nach dem Hessischen Schulgesetz das oberste Beschlussorgan jeder staatlichen Schulen. Ihre Entscheidungsrechte sind weitreichend und in ihren Anhörungsrechten steht ihr auch ein Vorschlagsrecht zu. Sie steht in ihrer Entscheidungskompetenz über der Gesamtkonferenz der Lehrkräfte; die Rechte der Elterbeiräte, der Schülervertretung und der Personalräte bleiben aber unberührt. 
Demgegenüber kommt dem Schulbeirat an katholischen Schulen ausschließlich beratende Funktion zu. Er soll "Anregungen für die Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule geben, die Zusammenarbeit der Gruppen fördern und für einen Ausgleich bei Meinungsverschiedenheiten sorgen. Oberstes Ziel der Beratungen im Schulbeirat ist es, den Grundkonsens der Beteiligten bei allen anstehenden Problemen zu erhalten und in der Schule eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens zu fördern und somit die Voraussetzungen für die Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule schaffen zu helfen." Da es sich hierbei in erster Linie um ein vertrauens- und Konsens bildendes Gremium handelt, ist die Anzahl der Sitze auf das Lehrerkollegium, die Elternschaft und die Schülerschaft gleichmäßig verteilt. Alle drei Organe entsenden jeweils drei Vertreter/innen in den Schulbeirat. Die Mitglieder des Schulbeirates sind an Aufträge und Weisungen nicht gebunden. Sie haben das Recht, zu pädagogischen oder organisatorischen Fragen Initiativen zu ergreifen und diese als Vorschläge zur Beratung in die verschiedenen Gremien einzubringen. Die Entscheidungskompetenzen der Lehrer-, Eltern- und Schülerschaft bleiben unberührt.