Realschulzweig

  • Mit Beginn des Schuljahres 2012/13 hat die Liebfrauenschule Bensheim zusätzlich einen einzügigen, staatlich anerkannten Realschulzweig eingeführt. Er ist als Halbtagsangebot konzipiert und bietet zusätzlich die Möglichkeiten eines gemeinsamen Mittagessens, einer Hausaufgabenbetreuung und eines Freizeitangebotes an vier Tagen der Woche.

    Wenn man in die Geschichte der Maria Ward Schulen zurückblickt, fällt auf, dass die LFS mit dieser Entscheidung einen Weg „back to the roots“ (zurück zu den Anfängen) einschlägt, da Maria Ward für eine gute Schulbildung und damit auch mehr Chancengleichheit für möglichst viele Mädchen und junge Frauen eintrat.

    Bildungs- und Erziehungsziele

    Auch im Realschulzweig soll die einzelne Schülerin in ihrer Einzigartigkeit mit ihren besonderen Fähigkeiten/Begabungen gefördert werden, z.B. in den zahlreichen künstlerischen/musischen oder sportlichen Arbeitsgemeinschaften. Teilleistungsschwächen sollen kompensiert werden, z.B. durch den kostenfreien LRS-Kurs, die Angebote der Schulseelsorge zur Selbstfindung oder durch die Beratung der Schulpsychologin. Wichtig ist der Liebfrauenschule dabei stets, den ganzen Menschen im Blick zu behalten und eine ganzheitliche Erziehung anzustreben. Außerdem soll die solide Wissensvermittlung mit der Wert- und Sinnfrage verbunden werden. Die Realschülerinnen lernen das an der LFS übliche Gebet zu Tagesbeginn, zahlreiche Klassen- und Schulgottesdienste und die Besinnungstage kennen. Die Teilnahme am Religionsunterricht ist an der LFS generell verpflichtend.

    Wichtig ist der LFS als Mädchenschule auch, ihre Schülerinnen im Sinne späterer Chancengleichheit zu kritischen, offenen, einfühlsamen und argumentationsstarken Menschen zu erziehen. Hier können auch die Realschülerinnen von den bewährten Übungen zur Präsentation und zu Vorstellungsgesprächen profitieren.

    Die künftigen Lebenswege, in denen junge Frauen beruflich und privat vielfältige Aufgaben und Rollen auszufüllen haben, sind raschen Veränderungen unterworfen. In einer vernetzten und digitalisierten Welt stattet die LFS sie mit Kompetenzen aus, die sie befähigen, im Leben und Beruf ihre Frau zu stehen; dabei wird ein Schwerpunkt auf soziale Kompetenzen und Wertorientierung gelegt. Dies gilt auch im Verhältnis des Gymnasialzweiges zum Realschulzweig.

    Kooperation zwischen Gymnasial- und Realschulzweig

    Das "Lernen unter einem Dach" für Mädchen des Gymnasiums, das mit seiner Klassenzahl und seinen Angeboten in vollem Umfang erhalten bleibt, und des Realschulzweiges fördert Toleranz, Kooperationsbereitschaft und soziale Kompetenz (Schule als Lebensraum). Der LFS ist es deshalb sehr wichtig – neben dem getrennt vom gymnasialen Zweig stattfindenden Fachunterricht – möglichst viele Angebote für beide Schulzweige gemeinsam einzurichten. Dazu gehören der Kreativ- und AG-Bereich; die gemeinsame Teilnahme an Fahrten (Schüleraustausch), gemeinsame Feste (Abschlussfeste, Sportfest), Gottesdienste und soziale Aktionen wie der Adventsbasar. Wichtig ist, die Identität der Realschule als stärker lebens- und praxisbezogene Schulform und ihr Selbstbewusstsein zu fördern. Das "Miteinander – Füreinander" soll als Prinzip des gemeinsamen Lebens als Schulgemeinschaft nach Kräften unterstützt werden.

    Im Verhältnis zwischen Realschulzweig und Gymnasium wird eine sinnvolle Durchlässigkeit in beide Richtungen angestrebt. Durch intensive pädagogische Begleitung und Beratung kann der Lernweg der Schülerinnen in der jeweiligen Stufe individuell gefördert werden, z.B. durch Wechselmöglichkeit zwischen Realschul- und Gymnasialzweig. Es ist der LFS auch ein Anliegen, über entsprechende Förderung möglichst vielen unserer Realschülerinnen den Weg in die gymnasiale Oberstufe und damit zum Abitur zu öffnen. Hierfür ist geplant, „Brückenkurse“ in verschiedenen Fächern zur Vorbereitung auf die Arbeit in der gymnasialen Oberstufe einzurichten.