Beaune

Spannende Woche in Beaune, der Partnerstadt Bensheims in Frankreich

  • Nach einer schönen Zeit mit unseren Austauschpartnern im Dezember freuten sich nun 11 Schülerinnen auf eine aufregende und spannende Woche in Beaune. Um 13:20 Uhr trafen sich die deutschen Schülerinnen mit großer Vorfreude am Bensheimer Bahnhof. Nach einer angenehmen Zugreise sind wir am späten Nachmittag von unseren Partnern, deren Familien und Madame Lang freundlich empfangen worden. Der restliche Abend wurde in den Familien verbracht.

    Schon am ersten Tag ging es für eine Stunde mit den Partnern in den Unterricht. Dort haben wir schnell gemerkt dass das französische Schulsystem viel strenger ist als bei uns. Um 9:00 Uhr trafen sich alle Deutschen auf dem Schulhof, um sich auf den Weg zum bekannten Hôtel-Dieu de Beaune zu machen. Das 1443 erbaute ehemalige Armen-Krankenhaus war sogar bis 1971 in Betrieb. Heute ist es mit seinen bunt glasierten Dachziegeln die Sehenswürdigkeit in Beaune. Während der Führung wurde uns das damalige Leben sehr schön erklärt. Danach wurden wir von der Schule, in der Cafeteria, auf ein verre de l'amitié (Glas der Freundschaft) eingeladen. Den restlichen Nachmittag hat dann jeder in seiner Familie verbracht.

    Bekannt für die Region Burgund ist der Crème de Cassis (schwarzer Johannisbeerlikör), deswegen durfte der Besuch im Cassissium nicht ausgelassen werden. Nach der Führung konnten wir eine kleine Blindverkostung machen. Wir haben verschiedenen Sirup zum Probieren bekommen und mussten erraten, welche Sorte es war. Als wir danach wieder in der Schule angekommen waren, sind wir mit unseren Partnern in der Schulkantine essen gegangen. Am Nachmittag hat dann auch eine Stadtrundfahrt mit dem Visiotrain stattgefunden.

    Ein großer Tagesausflug stand am Freitag auf dem Programm. Denn da ging es nach Lyon. Leider hatten wir überwiegend schlechtes Wetter. Das hat uns aber nicht davon abgehalten, eine Stadtführung zu machen. Nachdem wir durch die Altstadt geführt worden waren und durch die bekannten traboules von Lyon gegangen sind, sind wir mit einer Standseilbahn auf den Fourvière-Hügel gefahren, auf dem eine sehr schöne Kirche steht, die hoch über der Altstadt thront. Anschließend wurde beschlossen, in ein am Bahnhof gelegenes Einkaufszentrum zu fahren, um dort wegen des schlechten Wetters unsere Freizeit zum Shoppen zu verbringen.

    Das Wochenende hat jeder in seinen Familien verbracht. Manche hatten sich am Samstag zum Bowlingspielen in Beaune verabredet.

    Auch der Besuch im Senfmuseum stand auf dem Plan. Nach der Erklärung, wie früher der Senf hergestellt wurde, konnten auch wir selber unseren Senf herstellen. Ein paar Senfkörner mit einer Prise Salz in den Mörser und mit dem Stößel verreiben, bis man die Körner zerrieben hat. Zum Schluss noch einen kleinen Tropfen Essigessenz dazu mischen, fertig war unser eigener Senf. Am Ende konnten wir im Verkauf auch die verschiedensten Senfsorten verkosten.

    Am letzten Tag ging es nach Dijon. Auch hier hatten wir eine interessante Stadtführung durch die Altstadt und anschließend Freizeit zur Verfügung.

    Schließlich war der Tag gekommen, Abschied zu nehmen. Wir trafen uns morgens alle zusammen mit unseren Partnern am Bahnhof, um ihnen noch einmal richtig Tschüss zu sagen. Auch bei dem ein oder andern sind Tränen geflossen. Es wurde aber fest beschlossen, den Kontakt zu halten. Insgesamt war es ein sehr gelungener Austausch, um Land, Kultur und das Leben in einer französischen Familie kennenzulernen. Auch die Sprachkenntnisse wurden durch den Austausch gestärkt.

    Mareike Manns, 9C

    Französische Schüler aus Beaune zu Gast in der Liebfrauenschule

    Barock gekleidet durchs Mannheimer Schloss

    Als besonderer Höhepunkt des diesjährigen Frankreichaustauschs der LFS mit dem Collège-Lycée Saint Coeur aus Beaune galt der Besuch des Mannheimer Schlosses, der am vergangenen Mittwoch stattfand und von den 27 deutschen und französischen Schülern und Schülerinnen begeistert aufgenommen wurde. Denn um die barocken Säle standes-und zeitgemäß besichtigen zu können, durften sich die Achtklässler zunächst einmal mit den Gewändern, die zu Zeiten des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz (18.Jahrhundert) modisch waren, bekleiden. Die Damen halfen sich gegenseitig in den Reifrock, zogen ein dekolletiertes Kleid aus edlem Stoff darüber und schnürten sich anschließend die Taille. Auf die damals üblichen 42 cm Umfang verzichtete man aber gern, ebenso wie auf die Perücke.

    Auch die Jungen mussten einander beim Ankleiden behilflich sein, da von Hemd und Weste nur das sichtbare Vorderteil existierte, das hinten zusammenzubinden war. Über diese rückenfreie Sparversion warf man sich einen reich verzierten, knielangen Gehrock. Auf diese Weise verwandelten sich die Jugendlichen in Edelmänner und feine Damen, die nun vornehmen Schrittes den großen, von funkelnden Kronleuchtern hell erleuchteten Ballsaal betraten, um zu barocken Klängen Menuett zu tanzen.

    Beschwingt und begeistert von dieser Reise in die Barockzeit erkundeten die Achtklässler anschließend Mannheims Innenstadt und den Weihnachtsmarkt.

    Weitere Programmpunkte

    Auf dem Programm standen außerdem eine Stadtführung durch Bensheim, Eislaufen in Heddesheim, der Besuch eines Eishockeyspiels der Mannheimer Adler gegen ERC Ingolstadt in der SAP-Arena und das beliebte Weihnachtsplätzchenbacken in der Schulküche. Beliebt deshalb, weil man in Frankreich die für Deutschland typische vorweihnachtliche Atmosphäre vergeblich suchen wird, zu der zum Beispiel das traditionelle Backen, das Aufstellen eines Adventskranzes und -kalenders, Weihnachtsmärkte und der Nikolaus unbedingt gehören.

    Ausflug nach Köln

    Ein weiteres Glanzlicht war ein Ausflug nach Köln, wo zunächst die 533 Stufen bis zur Turmspitze des Kölner Doms zu bewältigen waren. Nach der anschließenden Besichtigung des Innenraums des gotischen Gotteshauses durften die Achtklässler die Stadt auf eigene Faust erkunden, bevor sie während einer kurzweiligen Führung durchs Schokoladenmuseum alles über den Anbau, den Transport und die Verarbeitung der Kakaobohne und die Herstellung von Schokolade erfuhren. Natürlich durften zwischendurch immer wieder Kostproben vom leckeren „Inkagold“ genommen werden.

    Völkerverständigung

    Neben den vielen außerschulischen Aktivitäten bietet die LFS den Gästen natürlich auch die Möglichkeit, das deutsche Schulsystem durch die Teilnahme am Unterricht kennen zu lernen. Ziel des Schüleraustausches ist nicht nur die Verbesserung der Sprachkenntnisse, sondern das Eintauchen in eine andere Kultur. Die Erfahrungen, die die Jugendlichen bei den Ausflügen, in der Gastschule und in ihren Gastfamilien machen, tragen letztendlich zur Völkerverständigung bei.

    Voraussetzung für einen gelingenden Austausch ist natürlich die Bereitschaft der Gastfamilien, einen Jugendlichen aufzunehmen und ihm für kurze Zeit ein neues Zuhause zu geben.

    Organisiert und durchgeführt wurde der Austausch von der französischen Kollegin Véronique Lang in Begleitung der Praktikantin Carinne Schulzbongert und auf deutscher Seite von der Französischlehrerin Margret Degenhardt, die sich freuen, den Schülerinnen der LFS und des Saint Coeur jedes Jahr die Möglichkeit zur sprachlichen und kulturellen Bereicherung bieten zu können.

    M. Degenhardt

    Alle Jahre wieder: Austausch mit Beaune

    Der alljährige Frankreich Austausch mit unserer Partnerstadt Beaune fand dieses Jahr im März (10.03-18.03.16) statt. Ursprünglich war er für Dezember geplant, musste aber verschoben werden wegen der Anschläge in Paris.

    Schon der Beginn war ein kleines Abenteuer.

    Geplant war, dass die Franzosen am Donnerstag, den 10.03., um 16.08 Uhr am Bensheimer Bahnhof ankommen.  Die Gastfamilien und Frau Azevedo hatten sich bereits ungeduldig am Bahnhof eingefunden, um die Franzosen mit ihrer Deutschlehrerin Frau Lang in Empfang zu nehmen. Als der Zug jedoch ankam, stiegen nur 2 französische Schüler aus. Was war passiert?  Da sich die Türen zu schnell schlossen, konnten nicht alle aussteigen. Der Rest der Franzosen musste von Darmstadt, wo der Zug als nächstes hielt, wieder zurück nach Bensheim fahren. Daher verzögerte sich die Ankunft um etwa eine Stunde. Nachdem die Gastfamilien ihre Austauschschüler empfangen hatten, fuhren sie nach Hause und verbrachten den Rest des Abends zusammen.

    Am Freitag, Montag und Mittwoch besuchten die Franzosen die ersten beiden Unterrichtsstunden ihrer Austauschpartnerinnen. Am Freitag lernten die Franzosen das Schulgelände sowie die Stadt besser kennen und machten anschließend eine Stadtrallye mit Unterstützung ihrer deutschen Partnerinnen. Das Wochenende verbrachten die Franzosen in ihren Gastfamilien, wobei viele Heidelberg und andere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung besuchten.

    Am Montag fanden nach dem gemeinsamen Unterricht Kennenlernspiele im Ganztagsbereich statt. Danach ging es in die Küche, um Waffeln zu backen, die wir anschließend gemeinsam aßen. Abends trafen wir uns in der Bowlinghalle Bensheim und verbrachten einen schönen Abend beim Bowlen. Am Dienstagmorgen ging es schon früh los, da ein größerer Ausflug nach Frankfurt geplant war. Nach einer Highlightführung durchs Senckenbergmuseum und einer kurzen Stadtführung durch die Lehrer, bei der wir den Frankfurter Dom sowie die Paulskirche von innen sehen durften, hatten wir Zeit, uns in Grüppchen selbst in Frankfurt umzuschauen und besuchten die Zeil. Trotz des schlechten Wetters war es ein sehr schöner Tag.

    Mittwochmorgen fuhren wir gemeinsam nach Darmstadt in die Eissporthalle und verbrachten einen schönen Tag beim Schlittschuhfahren. Abends trafen wir uns alle gemeinsam an der Liebfrauenschule im Forum, um eine Abschiedsfeier für die Franzosen zu geben. Jede Familie hatte eine Kleinigkeit zum Essen mitgebracht und die Interviews, die die deutschen Schülerinnen mit ihren Partnern in den vorherigen Tagen gedreht hatten, ebenso wie Fotos der Ausflüge wurden gezeigt. Am Donnerstag fand bei blauem Himmel und Sonnenschein der Ausflug nach Wiesbaden statt. Mit dem Zug fuhren wir von Bensheim nach Darmstadt, wo wir in den Zug nach Wiesbaden umsteigen mussten. Dort angekommen, bot sich uns die Gelegenheit, die Stadt und ihre Geschichte bei einer zweistündigen Stadtführung auf Französisch besser kennenzulernen. Anschließend gab es noch ausreichend Zeit um Wiesbaden selbst zu erkunden. Viele von uns fanden sich vor dem Staatstheater oder dem Landtag ein, um die Sonne zu genießen.

    Am Freitagmorgen mussten wir uns dann auch schon von unseren französischen Gastschülern verabschieden. Die anfängliche Trauer wurde schnell von der Vorfreude auf den Gegenbesuch in Beaune in zwei Monaten abgelöst. Der Besuch war wieder ein voller Erfolg! Wir freuen uns alle auf Frankreich!

    Natalie Graf, Leonie Birnstengel, 8e

    März 2016

    Schülerinnen der LFS zu Gast in der Partnerstadt Beaune

    Um die Kontakte zwischen den beiden Partnerstädten Bensheim und Beaune zu fördern, bietet die Liebfrauenschule seit über 30 Jahren in ihren achten bzw. neunten Klassen einen Schüleraustausch mit dem Collège-Lycée Saint-Coeur an. Eine bessere Gelegenheit, Land und Leute hautnah zu erleben, seine  Sprachkenntnisse zu perfektionieren und die Begeisterung für das Nachbarland zu wecken, gibt es sicherlich nicht.

    Davon, dass Beaune eine Reise wert ist, konnten sich 14 Schülerinnen der Liebfrauenschule mit ihren beiden Lehrerinnen Frau Degenhardt und Frau Lichter  vom 8. bis 16. Juni selbst überzeugen.

    Gleich nach der Begrüßung am ersten Tag durch den Direktor M. Le Guern begaben sich die deutschen Schüler für eine Rallye in die Beauner Altstadt um im Anschluss gemeinsam mit ihren Austauschpartnern das Essen in der Schulkantine einzunehmen. Der Nachmittag war der Besichtigung des Hôtel-Dieu de Beaune vorbehalten, dem 1443 gegründeten Krankenhaus für Arme mit seinen weltberühmten bunt glasierten Dachziegeln. In einer sehr schülergerechten Führung wurde berichtet, dass der Unterhalt des historischen Kulturerbes hauptsächlich durch den Ertrag der Weinberge finanziert wird, die der Stiftung des Hôtel-Dieu vermacht wurden und deren Weinflaschen einmal im Jahr im November zu recht ansehnlichen Preisen verkauft werden.

    Eine weitere Erkundung der Altstadt fand mit dem Visiotrain statt, einer kleinen Bimmelbahn, die noch einen Abstecher zu den Beaune umgebenden Weinbergen machte, der sogenannten Côte-d’Or.

    Der erste Tagesausflug führte nach Lyon mit seinen für die Altstadt bekannten traboules (lat. transambulare – durchqueren), von besonderen Treppenhaustürmen abzweigende Gänge, die es erlaubten – meist über Innenhöfe – von einer Straße zur nächsten zu gelangen. Eine Standseilbahn brachte die Schüler zu der höher gelegenen Kathedrale Notre Dame de Fourvière, von wo aus sie bei strahlendem Sonnenschein eine herrliche Aussicht über die Stadt und die hier zusammenfließenden Ströme der Saône und Rhône genießen konnten.

    Um auch die kulinarische Seite Burgunds nicht zu kurz kommen zu lassen, fand im Cassissium, wo die für den Aperitif Kir unersetzliche Crème de Cassis hergestellt wird, eine Dégustation verschiedener Fruchtsirups statt.

    Von der Geschichte des Senfkorns bis zum Abfüllen in Gläser des ebenfalls für die Bourgogne typischen Dijon-Senfs erfuhren die deutschen Schüler in der Moutarderie Fallot, wo sie den Senf in unterschiedlichsten Farben und Aromen probieren konnten.

    Natürlich bestand auch die Möglichkeit, am französischen Unterricht teilzunehmen. Schnell stellten die Mädchen fest, dass die französischen Schüler mehr Zeit in der Schule verbringen müssen als die deutschen (bis auf mittwochs nachmittags  endet der Unterricht immer erst um 17 Uhr) und dass es dreimal im Jahr  Zeugnisse gibt.

    Das Wochenende in den Familien war mit Freizeitprogramm ausgefüllt, viele verabredeten sich gemeinsam für das Schwimmbad, den Kletterwald, zum Fußball oder zum Pizzaessen.

    Der letzte Ausflug nach Dijon führte über die Kathedrale Saint-Bénigne, den herrschaftlichen Palais des Ducs zur Kirche Notre-Dame, wo eine an der Außenmauer angebrachte Eule aus Stein darauf wartete, von den Schülern mit der linken Hand gestreichelt zu werden, um – wie es heißt – Glück zu bringen. Anschließend hatten die Schüler noch Zeit, um letzte Mitbringsel für zuhause einzukaufen.

    Nach diesen vielfältigen Eindrücken trat man am 16. Juni die Rückreise an. Im Zug war man war sich schnell  einig, dass der Austausch  ein voller Erfolg mit vielen neuen Erfahrungen war! Die Schülerinnen waren freundlich aufgenommen worden, haben den Alltag in Frankreich kennen gelernt und ihre Sprachkenntnisse verbessern können. So wie von französischer Seite einige Schüler bereits zum zweiten Mal in Bensheim waren, so möchte auch manch eine Schülerin beim nächsten Austausch nach Beaune wieder teilnehmen!

    B. Lichter, M. Degenhardt, Juni 2015

    Und hier der Bericht der französischen Zeitung:

    Une amitié de longue date

    Cela fait trente-quatre ans que le jumelage entre le groupe scolaire Saint- Cœur et Bensheim en Allemagne existe, grâce à celui d’origine avec la ville de Beaune. Comme chaque année au printemps, trente-trois élèves sont venus a la découverte de la France, de la Bourgogne et de Beaune.

    Accompagnés par leurs deux professeurs, Margret Degenhardt et Beate Lichter, ils ont été accueillis par Véronique Lang, enseignante au groupe scolaire, et sa classe de 3e pour une semaine de découverte. Pour ces élèves allemands, la grande différence dans le rythme scolaire par rapport à leur pays, ce sont les cours l’après-midi qu’ils n’ont pas chez eux. Chacun loge dans la famille de l’élève qui leur a été désigné.

    Ces jeunes, avec leur accompagnatrices, vont découvrir Lyon, Dijon et enfin Beaune. Une soirée sera organisée avec toutes les familles d’accueil, les professeurs et les élèves avec un repas typiquement  français, avant leur départ mardi prochaine. En décembre, ce sera, en échange, au tour de Véronique Lang et sa classe de découvrir l’Allemagne.

    Bien Public, 12.06.2015

    Barock gekleidet durchs Mannheimer Schloss

  • Französische Schüler aus Beaune zu Gast in der Liebfrauenschule

    Als besonderer Höhepunkt des seit vielen Jahren bestehenden Frankreichaustauschs der LFS mit dem Collège-Lycée Saint Coeur aus Beaune gilt der Besuch des Mannheimer Schlosses, der am vergangenen Freitag stattfand. Nach dem Rundgang durch die barocken Säle stand das „Hofzeremoniell: Seyne Kuhrfürstliche Durchleucht lassen bitten“ auf dem Programm, das von den französischen und deutschen Schülern begeistert angenommen wurde. Barock gekleidet wollte man den Empfang eines Botschafters nachspielen. Zu diesem Zweck suchte sich jeder im Vestiaire des Schlosses erst einmal seine Kleidung aus. Die Damen halfen sich gegenseitig in den Reifrock, zogen ein dekolletiertes Kleid aus edlem Stoff darüber und schnürten sich anschließend die Taille. Auf die damals üblichen 42 cm Umfang verzichtete man aber gern, ebenso wie auf die Perücke, die zur Barockzeit bis zu 1,50 Meter hoch sein konnte, während die Breite der Reifröcke damals bis zu drei Metern ging.

    Auch die Jungen mussten einander beim Ankleiden behilflich sein, da von Hemd und Weste nur das sichtbare Vorderteil existierte, das hinten zusammenzubinden war. Über diese rückenfreie Sparversion warf man sich einen reich verzierten, knielangen Gehrock, der die männlichen Jugendlichen genauso in Edelmänner verwandelte, wie die Kleider die jungen Mädchen in feine Damen verwandelt hatten. Vornehmen Schrittes ging es nun ins prunkvolle Treppenhaus des Schlosses, wo die Schüler in die Rollen des Hofstaates schlüpften, den Hofknicks, die „révérence“, übten und den Botschafter gebührend empfingen. 

    Empfang im Rathaus

    In Bensheim offiziell begrüßt wurden die Franzosen bereits am Donnerstag bei einem Empfang der Stadt im Rathaus. Herr Erster Stadtrat Sachwitz hob die große Bedeutung des Schüleraustauschs für die kulturelle Verständigung hervor und forderte die Gäste auf, ihm mitzuteilen, was ihnen positiv und negativ in Bensheim auffällt.

    Das weitere Rahmenprogramm

    Auf dem  abwechslungsreichen Rahmenprogramm stehen sowohl eine Stadtführung mit Herrn Born, dem stellvertretenden Schulleiter der LFS, als auch ein Tanzkurs mit Frau Hesemann-Burger und zahlreiche interessante Ausflüge in die nähere Umgebung, z.B. nach Heidelberg und in eine Eissporthalle. In Heidelberg besuchen die Gäste aus Frankreich zusammen mit ihren Gastschülerinnen nach einer Wanderung auf dem Philosophenweg das Heidelberger Schloss, die Altstadt und den Weihnachtsmarkt.

    Natürlich werden auch das beliebte Backen von Weihnachtsplätzchen in der Schulküche und der Besuch des Unterrichts dieses Jahr nicht fehlen.

    Voraussetzung für einen gelingenden Austausch ist natürlich die Bereitschaft der Gastfamilien, einen Jugendlichen herzlich aufzunehmen und ihm für kurze Zeit ein neues Zuhause zu geben.

    Organisiert und durchgeführt wird der Austausch von der französischen Kollegin Véronique Lang und auf deutscher Seite von den Kolleginnen Margret Degenhardt und Beate Lichter, die sich freuen, den Schülerinnen der LFS jedes Jahr die Möglichkeit zur sprachlichen und kulturellen Bereicherung bieten zu können.

    M. Degenhardt

    21 Schüler aus Beaune besuchen die Liebfrauenschule

    Wie jedes Jahr zur Adventszeit besuchen auch dieses Jahr wieder Schüler aus der Bensheimer Partnerstadt Beaune -begleitet von ihrer Lehrerin Véronique Lang-  Mädchen der Jahrgangsstufe 8 und 9 der Liebfrauenschule.

    Neben den naheliegenden sprachlichen Lernzielen fördert und unterstützt die Liebfrauenschule mit diesem Projekt auch den Gedanken der kulturellen Verständigung. Die Erfahrungen, die die Jugendlichen in ihren Gastfamilien machen, erweitern ihren Horizont und bereichern die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Besonders erfreulich ist, dass viele Familien den Kontakt auch über den Austausch hinaus halten.

    Der diesjährige Besuch bietet den Gästen aus Frankreich wie immer die Teilnahme am regulären Unterricht einer Mädchenschule, die Integration in eine deutsche Gastfamilie und ein buntes Rahmenprogramm.

    Das Rahmenprogramm

    Nach einer Stadtführung und eigenständigen Rallye durch Bensheims Innenstadt gleich am ersten Vormittag konnten die Schülerinnen und Schüler am Nachmittag ihr Tanzbein schwingen. Die Tanzlehrerin Ulrike Hesemann-Burger sorgte dafür, dass sich Deutsche und Franzosen beim Cha-Cha-Cha näher und auch ins Schwitzen kamen. Ein Besuch des Bensheimer Weihnachtsmarktes und eine Fahrt mit dem Riesenrad rundeten den ersten Tag ab.

    Einen besonderen Höhepunkt, besonders für die an Technik und Raumfahrt interessierten Jugendlichen, stellte dieses Jahr der Besuch des europäischen Raumflugkontrollzentrums ESOC (European Space Operations Center) in Darmstadt dar. Nach einer kurzen Filmvorführung erklärten ein deutscher und ein französischer Mitarbeiter den Schülern anhand von Satelliten- und Raketenmodellen und gestochen scharfen Bildern aus dem All, welche große Bedeutung der Weltraumforschung zukommt. Man nähert sich nicht nur der Antwort auf die große Frage nach weiterem Leben im All, sondern kann durch die Fülle an gesammelten Daten auch die Menschheit warnen oder zum Umdenken bringen. Die genaue Beobachtung des Ozonlochs, des ansteigenden Meeresspiegels und der abschmelzenden Polkappen, das genaue Orten eines Ölteppichs nach einem Tankerunglück oder eines in Seenot geratenen Schiffes, Warnungen vor Wirbelstürmen und anderen Wetterextremen kamen zur Sprache. Dabei kommt dem ESOC die Aufgabe zu, Satelliten wie Huygens, Mars Express, Rosetta, Envisat, GOCE oder Herschel/Planck zu betreuen und zu kontrollieren. Es ist außerdem für das dazu notwendige weltweite Netz der Bodenstationen verantwortlich.

    Für die eher an Kunst Interessierten bot der anschließende Besuch der Darmstädter Mathildenhöhe genau das Richtige. Die für den Jugendstil typische florale Ornamentik, fließend wirkende Formen und stilisierte Frauengestalten konnten in und an den Häusern des Architekten Joseph Maria Olbrich, an Brunnen, Säulen, Alltagsgegenständen und im Hochzeitsturm bewundert werden.

    Ein letzter großer Ausflug wird die Schüler nach Mainz führen, wo sie nach einer Führung durch das Gutenbergmuseum die Innenstadt auf eigene Faust in Form einer Stadtrallye erkunden werden.

    Neben solchen kulturellen Angeboten werden Aktivitäten, die die Gemeinschaft fördern, nicht zu kurz kommen. Der Besuch der Viernheimer Eissporthalle, das gemeinsame Backen von Weihnachtsplätzchen in der Schulküche, die Vorbereitung und Durchführung eines Abschiedsfestes stehen noch auf dem Programm ebenso wie ein Empfang im Rathaus.

    Ein solcher Schüleraustausch entsteht und lebt durch das besondere Engagement der Französischfachschaft. Ein besonderer Dank gilt den zahlreichen Gastfamilien, die sich Jahr für Jahr bereit erklären, einem bislang fremden Jugendlichen für kurze Zeit eine neue Heimat zu geben.

    M. Degenhardt

    Juli 2013: Frankreich ist immer eine Reise wert

  • An der Senffabrik Edmont Fallot


  • 21 Liebfrauenschülerinnen sind aus Beaune zurück.

    Im Rahmen des langjährigen deutsch-französischen Schüleraustauschs der Liebfrauenschule mit der Partnerschule St. Cœur stand nach dem Aufenthalt der französischen Gruppe vor Weihnachten nun der Gegenbesuch an. Eine Gruppe von 21 Schülerinnen machte sich Mitte Juni mit ihren Begleiterinnen Christina Azevedo und Cornelia Windolf per Bahn auf den Weg nach Beaune. Dies ist nicht ohne mehrfaches Umsteigen möglich. So musste die Gruppe auf der Hinfahrt eine unfreiwillige Pause in Basel einlegen, weil sie aufgrund einer Zugverspätung ihren Anschlusszug, einen der französischen Hochgeschwindigkeitszüge TGV, nicht mehr erreichen konnte. Zum Glück war trotz der Größe der Gruppe eine Umbuchung auf einen späteren TGV möglich, so dass man zeitweise mit 300km/h unterwegs war und nur mit zwei Stunden Verspätung in Beaune ankam.

    Das abwechslungsreiche Programm

    Das Programm entschädigte trotz der Probleme bei der Anreise für alles. Um Beaune kennen zu lernen, mussten die Schülerinnen ihre im Unterricht erworbenen Kenntnisse der französischen Sprache unter Beweis stellen. Im Rahmen einer Stadtrallye erfuhren sie viel Wissenswertes, das nicht in einem Reiseführer zu finden ist. Neben dem Besuch der Senffabrik Edmond Fallot in Beaune und der Verkostung  von Senf in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen standen Ausflüge nach Dijon und Paris auf dem Programm.

    Dijon verfügt als die traditionsreiche Hauptstadt Burgunds über viele beeindruckende historische Gebäude. Der kurzfristige Entschluss, in Paris wegen der langen Warteschlangen nicht auf den Eiffelturm, sondern auf den Arc de Triomphe zu steigen, erwies sich schließlich trotz anfänglicher Enttäuschung als positiv, denn so findet sich auf den Fotos „Paris von oben" eben auch der Eiffelturm. Der letzte Tag war wieder der Partnerstadt Beaune gewidmet. Nach einem gemeinsamen Picknick mit den französischen Partnern gab es dann noch eine Führung im berühmten Hôtel-Dieu, dessen buntes Ziegeldach weit über die Grenzen Burgunds hinaus bekannt ist. Dass dieses ursprünglich für Arme gedachte, im 15. Jahrhundert gegründete Hospital noch bis Anfang der 70er Jahre hinein genutzt wurde, hat dann aber doch viele erstaunt.

    Die Schülerinnen wohnten während ihres Aufenthalts in Gastfamilien, was ihnen die Gelegenheit bot,  in die französische Sprache auch außerhalb des Unterrichts,  ohne Pausen und wechselnde Fächer „einzutauchen", und französische Lebensart aus erster Hand zu erleben.

    Beim Abschied gab es großes Bedauern, dass der Aufenthalt nach einer Woche schon zu Ende war. Viele neue Freundschaften wurden geschlossen und weitere Besuche fest vereinbart. Dies ist eigentlich die schönste Motivation für einen Schüleraustausch, so die Lehrkräfte, wenn man auf diese Weise Menschen zusammen bringen und die Liebe für ein anderes Land, dessen Kultur und Sprache weiter tragen kann.

    C. Windolf