Erinnerung an die mutige Ordensfrau Theodolinde Katzenmaier

Als „eine herausragende Persönlichkeit und ein Vorbild an Menschlichkeit und Charakterstärke“ würdigt Bürgermeister Rainer Burelbach die aus Heppenheim stammende Ordensschwester Theodolinde Katharina Katzenmaier anlässlich deren 100. Geburtstags am 24. April.

Schon früh prägten ihr Glaube und das Bestreben, anderen Menschen zu helfen, ihren Lebensweg. Nach dem Abitur am Institut der Englischen Fräulein in Bensheim war sie vorübergehend als medizinische Assistentin im städtischen Krankenhaus Bensheim tätig, um anschließend eine Ausbildung als Seelsorgshelferin zu absolvieren. Während dieser Ausbildung war sie als Praktikantin in Pfarreien in Essen, Freiburg und Heppenheim tätig.

Nach Abschluss der Ausbildung übernahm Katharina Katzenmaier eine Stelle als Seelsorgshelferin im saarländischen Püttlingen. Dort wurde sie am 21. Juli 1943 von der Gestapo verhaftet. Sie war denunziert worden, weil sie im Religionsunterricht Gegnerschaft zum Nationalsozialismus und Zweifel am „Endsieg“ gezeigt hatte. Zudem soll sie nationalsozialistische Plakate abgerissen haben. Am 22. Oktober 1943 erfolgte ihre Einweisung ins KZ Ravensbrück. Im KZ kümmerte sie sich um ihre Mithäftlinge und sabotierte den SS-Apparat wo sie konnte.

Der Aufforderung, ihren religiösen und politischen Überzeugungen abzuschwören und sich damit die Entlassung aus dem Lager zu erkaufen, folgte sie nicht. Über ihre schrecklichen Erlebnisse in KZ-Haft berichtete sie in ihrem 1996 erschienenen Buch „Vom KZ ins Kloster“.

Nach der Befreiung aus dem KZ kehrte Katharina Katzenmaier 1945 nach Heppenheim zurück. 1947 arbeitete sie hier zeitweilig als Lehrerin an der Grundschule, dann begann sie ein Studium in Mainz (Theologie, Philosophie, Psychologie).

Am 1. November 1949 erfolgte ihr Eintritt in den Orden der Benediktinerinnen von der heiligen Lioba. Als Ordensschwester erhielt sie den Namen Theodolinde. Es folgte die Arbeit als Seelsorgshelferin und Religionslehrerin in Schwetzingen, Freiburg, Singen/Hohentwiel, Lörrach und Mannheim. Mit 65 Jahren beendete Katharina Katzenmaier ihre Tätigkeit als Seelsorgshelferin, doch arbeitete sie als Religionslehrerin in Mannheim weiter bis in ihr 72. Lebensjahr.

Sie starb am 5. August 2000 in Mannheim. Dort lädt an ihrem 100. Geburtstag die Caritas zu einer öffentlichen Veranstaltung ein, um die tapfere Ordensschwester zu ehren. Bei dem Kloster St. Lioba in Freiburg erinnert ein Stolperstein an Schwester Theodolinde Katzenmaier, in Püttlingen wurde eine Straße nach ihr benannt.

Echo-online, 21.04.2018