Kunst-Leistungskurs präsentierte Arbeiten der vergangenen Jahre

Premiere für die „unbekannten Künstler"

Die jüngste Kunstausstellung an der Liebfrauenschule war eine besondere: es war die erste überhaupt. Eine überaus geglückte Premiere, bei der elf Oberstufenschülerinnen aus dem Leistungskurs Kunst einige ihrer Arbeiten aus den vergangenen drei Jahren gezeigt haben. Einziger Makel: die Präsentation ist schon vorbei.

Nur am Mittwoch und Donnerstag war das Foyer der LFS mit den Werken des aktuellen Abiturjahrgangs bestückt. Die zahlreichen Gäste der Vernissage sahen Bilder, Collagen, Plastiken und architektonische Modelle, die von der technischen und inhaltlichen Vielfalt des Unterrichts berichtet haben. Neben den Stücken ihrer Elevinnen hatte Kursleiterin Elise Alt auch einige Stillleben aus dem Kunstkurs der Einführungsphase in die Ausstellung integriert.

Die Bandbreite machte aus einer kleinen Werkschau eine kontrastreiche Tour durch die schöpferischen und fantasievollen Auswüchse jugendlicher Kreativität. Vor allem die Architektur-Modelle offenbarten eine Menge Ideen und stilistisches Verständnis. Ob Postmoderne oder Dekonstruktivismus, ob skulpturales Bauen oder ökologische Ausrichtung: Die Miniaturen waren durchdacht, spannend und konzeptuell konsequent. Einige Bauten spiegelten die Form von Musikinstrumenten wie Harfe, Gitarre oder Schlagzeug. Andere spielten mit geometrischen Formen oder organischen Strukturen.

Ganz anders, aber nicht minder interessant war die plastische Übersetzung berühmter Gemälde in Ton oder Gips. Edvard Munchs „Schrei“, Egon Schieles „Frau mit gekreuzten Beinen“ oder Botticellis „Geburt der Venus“ befreiten sich gleichsam von der Leinwand und erwachten – wenn auch nur in Fragmenten – zu dreidimensionalem Leben. „Unknown Artists“, unbekannte Künstler, titelte die Ausstellung, in der auch die Skizzenbücher der Schülerinnen präsentiert wurden.

Sehenswerte Fotocollagen

Sehenswert waren die Fotocollagen, die von den Arbeiten David Hockneys inspiriert waren. Das Prinzip: Viele Fotos der gleichen Szene werden perspektivisch variiert zu einer Collage zusammengesetzt. So ergibt sich ein aus mehreren Versatzstücken komponiertes, im Detail abstrahiertes und sehr dynamisches Gesamtbild. Hockney nannte das „Joiner“.

Ein anderes Thema war die Auseinandersetzung mit der Zukunft. Die Schülerinnen warfen einen Blick auf übermorgen, auf den zunehmend technologisierten Menschen, visionäre Lebenswelten und neue Arten der Mobilität.

Auch über die Mode der Zukunft machten sich die Kursteilnehmer ihre ganz eigenen Gedanken. Modelle und Skizzen zeigten eine futuristisch-minimalistische Garderobe aus recycelten Materialien in einem Stilmix, der vergangenen Jahrzehnte in textilen Einklang bringt.

BA, 05.05.2018