53 Abiturientinnen erhielten in der Stadtkirche Sankt Georg ihre Zeugnisse

Werte und Wissen vermittelt

Die Liebfrauenschule verabschiedete am Mittwoch 53 Abiturientinnen im Rahmen ihrer Akademischen Feier. Wie jedes Jahr begann diese mit einem Gottesdienst und anschließendem Sektempfang im Schulhof, bevor am frühen Abend in der Kirche die Zeugnisverleihung stattfand. Nach dem Einzug in die Kirche stimmte ein Klavierstück auf die bevorstehende Zeremonie ein. Gespielt wurde es von Abiturientin Selina Hauptmann. Es war der erste von vielen musikalischen Beiträgen, die das Programm an diesem Abend begleiteten. Später folgten Antonia Gosch (Bratsche) und Franziska Pieroth (Klavier) im Duo mit einem Tango, Giulia Marth solo mit Gitarre und Gesang sowie Claudia Fend mit einer Querflöten-Sonate, begleitet von Musiklehrerin Cordula Freund am Klavier.

Leben in die Hand nehmen

Die darauffolgende Eröffnungsrede hielt Schulleiterin Sabine Nellessen-Kohl. Neben ihr, vor dem Altarraum stand eine große Leinwand. Darauf war ein Foto der jetzigen Absolventinnen kurz nach ihrer Einschulung zu sehen. Es stammte vom Gottesdienst zur Schuljahreseröffnung 2011 und zeigte den versammelten Jahrgang im Schiff des Mainzer Doms.

Die Schülerinnen stehen in Reihen und halten einander an den Händen. „Man sieht, ihr hattet von Anfang an ein gutes Miteinander", kommentierte die Schulleiterin. Die Hand wird zur Leitmetapher ihrer Ansprache: Nun sei die Zeit, da die jungen Frauen ihr Leben selbst in die Hand nehmen müssten, sagte Nellessen-Kohl.

Sie sollten Verantwortung für sich selbst tragen, aber sich auch gegenseitig an die Hand zu nehmen. Die Schule habe immer das Ziel verfolgt, nicht nur Wissen, sondern auch Werte wie Offenheit, Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit und Voraussicht zu vermitteln. „Soziales und fachliches Lernen gingen Hand in Hand." Zuletzt wünschte Nellessen-Kohl den Abgängerinnen „Zuversicht und Gottes Segen".

Es folgten Reden der Tutorinnen Barbara Buss und Birgit Kottmann-Michels, die ihren ehemaligen Schülerinnen rieten, zwar vor allem nach vorne, aber auch immer wieder auf die Schulzeit zurückzuschauen. „Nehmen Sie sich Zeit für ihre Hobbys, auch in stressigen Zeiten", riet Busse, „und pflegen Sie weiterhin die wertvollen Freundschaften, die sie schon geschlossen haben." Kottmann-Michels wandte sich außerdem ermutigend an die Eltern: „Auch für Sie beginnt heute ein neuer Lebensabschnitt. Aber seien Sie sicher: Elternsein hört nie auf." Die Glückwünsche der Elternschaft überbrachte Michael Krohn, Vater der früheren Schulsprecherin Zoe Pardon. Weitere Gratulanten waren Schulsprecherin Annika Schader, Michaela Ludwig-Gross vom Schulförderverein und der stellvertretende Schulleiter Peter Born.

Die Abschiedsrede der Abiturientinnen hielt Catalina Gruß, die Kollegium, Tutoren und den Familien dankte und applaudieren ließ, zugleich aber mit in schelmische Sprüche verpackter Kritik nicht hinter dem Berg hielt. Die betraf zum Beispiel Klassenfahrten „von Kaff zu Kaff und von Kloster zu Kloster". Zwar seien auch auf der Abschlussfahrt ins italienische Padua zu viele Kirchen besichtigt worden, dafür durften die Schülerinnen aber zum Schluss endlich einmal ins Ausland.

Neben solchen Vergnügungen sei die Schulzeit letztlich aber nur mit harter Arbeit, „Red Bull, WhatsApp, Google" und nicht zuletzt dank der Hilfe netter Lehrer und der Eltern zu schaffen gewesen. Gruß schloss mit den Worten: „Egal was kommt, wir sind Gewinner!" Für die Zeugnisverleihung rief Born die Tutorien von Buss, Kottmann-Michels, Barbara Noss und Jürgen Reichardt jeweils geschlossen nach vorne. Die Tutoren überreichten den Absolventinnen der Reihe nach die Zeugnisse, gefolgt von einem kurzen Händedruck der Schulleiterin.

Abwechselnd mit der Vergabe an die einzelnen Tutorien erfolgten persönliche Ehrungen und Preisverleihungen sowie musikalische Auftritte. Zum Abschluss traten alle Abiturientinnen gemeinsam als großer Chor auf und ließen sich mit dem Song „Auf uns" von Andreas Bourani selbst hochleben.

Auszeichnungen und Ehrungen:

Buchpreis des Bischofs für soziales Engagement: Carola SimrockAuszeichnung für besondere Leistungen: Christina Faber (Mathematik), Antonia Dirr (Chemie), Josephine Freund (Physik, MINT-Abiturpreis, Latein), Fiona Minther (Physik), Lea Schmitt (Physik, MINT-Schülerpreis, MINT-Abiturpreis); Ehrungen musikalisches Engagement: Antonia Gosch, Claudia Fend, Verena Salzer ; Ehrungen Darstellendes Spiel: Clara Hofmann, Elena Gross, Anabel Rothenheber; Ehrungen Tanzsport: Clara Hofmann, Lea Schmitt, Nela Kieser, Anabel Rothenheber; Mitarbeit in der SV: Sophie Rüdel, Zoe Pardon, Selina Zabel, Chiara Koblischke; Mitarbeit im Schulsanitätsdienst: Lea Bährer, Paula Müller, Antonia Dirr, Chiara Koblischke

Jahrgangsbeste: Karolina Müller (1,0), Christina Faber (1,1), Antonia Dir (1,1), Cosima Donié (1,3), Josephine Freund (1,4).

BA, 14.06.2019