Die LFS trauert um ihre Kollegin Marion Haas

 „Hast du noch einen Moment Zeit für mich?“ – so begann manches Gespräch, dass ich in den vergangenen Jahren mit Marion in ihrer Funktion als Mitglied oder Vorsitzende der MAV, einfach so von Kollegin zu Kollegin oder dann auch von Freundin zu Freundin führen durfte. – „Hast du noch einen Moment?“– war der Auftakt so mancher Gespräche, in denen wir Vieles ansprechen und klären konnten oder uns auch einfach nur der Tatsache bewusst wurden, dass nicht alles in unserer Macht steht,- immer vertrauensvoll, verlässlich, zugewandt, ohne Schnörkel und Worthülsen, gerade heraus, nach vorne gewandt, häufig fröhlich und manchmal ernst.

30 Jahre lang hat Marion sich für die LFS, ihre Schülerinnen , für die Lehrkräfte und die Mitarbeiter/innen eingesetzt, denn sie engagierte sich schon sehr bald nach ihrem Dienstantritt hier in der MAV und setzte sich für das Wohl aller ein. Diese sehr lange und intensive MAV Tätigkeit spiegelt auch ihre Rolle im Kollegium: sie nahm eine Vertrauensposition ein sowohl bei den Kollegen und Mitarbeitern als auch bei der Schulleitung und beim Schulträger.

Neues und bisher Unbekanntes wagen bzw. kennenlernen, das war ebenfalls eine der Charaktereigenschaften, die sie auch für die LFS einsetzte. So übernahm sie vor vielen Jahren, als das Theaterspielen noch ein gemeinsames Hobby des Kollegiums war, die Rolle der mutigen, schlagfertigen, lernbegierigen Eliza Dolittle im Musical My fair Lady, eine Rolle, die ihr auf den Leib geschnitten war und in der Marion ihre authentischen Kenntnisse des Mannheimer Dialekts sicherlich sehr zustatten kamen.

Auch der Austausch mit unserer Partnerschule in Amersham lag ihr sehr am Herzen und so arbeitete sie intensiv mit und trug dazu bei, dass dieser regelmäßige Austausch noch immer Fortbestand hat und die Austausche in einem sehr vertrauten und freundschaftlichen Miteinander stattfinden.

In vielen Bereichen und Facetten hat sie die Schule neben einem sehr fundierten Fachunterricht in Englisch, Erdkunde und Spanisch unterstützt und begleitet.

Leider vereitelte ihre Krankheit, mit der sie sich schon seit etwa 12 Jahren auseinander setzen musste, schon sehr früh immer wieder einmal ihre Pläne und mehrmals musste Marion sich schweren Operationen unterziehen, die ihre Spuren hinterließen, auch manchmal einen Strich durch die Rechnung machten. Mit großem Optimismus und Lebensfreude gesegnet, bemühte sie sich nach Kräften, sich nicht von ihrer Krankheit unterkriegen zu lassen, schmiedete Pläne, interessierte sich weiterhin für Vieles, reiste, wenn immer es ihr möglich war, pflegte ihre Freundschaften und gönnte sich das eine oder andere Hobby, von denen ein sehr offensichtliches das Thema SCHUHE war…

Marion war fest verwurzelt in ihrem Glauben an einen guten und behütenden Gott und die Schicksalsschläge in ihrem Leben festigten sie noch darin. So konnte sie aus ihrem Glauben heraus eine große Kraft ziehen, wie wir eben im Psalm 138 gebetet haben.  „ Ich bin unserem Herrgott dankbar, dass er mich so gut durch diese Operation geleitet hat“, das waren ihre Worte in einer App an eine Kollegin noch an dem Morgen, der zu ihrem Todestag wurde. „Ein wahres Wunder ist geschehen und ich bin so glücklich…dies schrieb sie mir am Tag zuvor.

Voller Optimismus und mit Kampfgeist ging sie gegen ihre Krankheit an und klagte so gut wie nie. Für diese Haltung habe ich sie immer bewundert. „Wie du weißt, war das Jammern auch nicht meine Leidenschaft, eher ein wenig Protest und Kampfgeist. Letzteren besitze ich nach wie vor…“ auch das ein Zitat aus einem Brief vor einigen Monaten an einen Kollegen. Diese Einstellung - nicht zu verzagen und aufzugeben, sondern mit Elan und Esprit daran zu gehen, die Dinge zu ändern, die man verändern möchte. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeiter und Schülerinnen, dies sollten wir uns zum Vorbild und zum Maßstab nehmen.

Wir alle werden Marion vermissen, die sich für einen jeden von uns und für jede einzelne Schülerin interessierte und bereit war, sich für jeden einzusetzen, die optimistisch, farbenfroh und gut gelaunt durch den Alltag ging.

Die Schulgemeinde der Liebfrauenschule trauert um Marion Haas und dankt ihr für ihr Engagement für unsere Schule und ihre Begleitung auch jetzt nach ihrer Versetzung in den Ruhestand.

Liebe Marion, wir alle wünschen dir, dass jetzt für dich die Zusage wahr wird, die Gott uns gegeben hat.

Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich begleitet auf dem Weg und der dich führt an den Ort, den ich bereitet hab’

S. Nellessen-Kohl, anlässlich der Abschiedsfeier der LFS-Schulgemeinde in St. Georg