Exkursion ins Europaparlament Straßburg

Am 27. November bekamen die Schülerinnen der Liebfrauenschule Bensheim die einmalige Möglichkeit, sich einen Einblick in das politische Geschehen der Europäischen Union zu verschaffen. Auf Einladung des Europa-Abgeordneten Michael Gahler, begaben sich die Jahrgansstufe Q1 und die gesamte Fachschaft Politik und Wirtschaft in das Europaparlament nach Straßburg. Da bereits zuvor mehrere Anläufe scheiterten, freuten sich die Lehrkräfte, vor allem Frau Berg, die sich seit langem um diese Exkursion bemühte, den Schülerinnen nun endlich diese Chance zu geben.

Nach einem kurzen Altstadtbesuch war das eigentliche Ziel das europäische Parlament, in dem die Abgeordneten der 28 Mitgliedsstaaten der EU ihren Sitz haben. Nach der Sicherheitskontrolle wurden die rund 60 Besucher von einem Mitarbeiter von Herrn Gahler in den Plenarsaal geführt. Die Besuchersitzplätze – in der Zahl gleichauf mit den 751 Abgeordnetenplätzen im Plenum –  gaben einen guten Blick auf das Geschehen im Plenum, die Dolmetscher, Saaldiener usw. Leider verpassten die Schülerinnen knapp die Abstimmung der neuen Kommission von Ursula von der Leyen, sodass während des Aufenthalts der Liebfrauenschule im Plenarsaal die Verleihung des europäischen Filmpreises (LUX-Filmpreis 2019) stattfand. Insgesamt standen drei Filme zur Auswahl, die bereits im Voraus in den einzelnen Mitgliedsstaaten vorgestellt und diskutiert wurden. Der Preis wurde von David Sassoli, dem neuen Präsidenten des europäischen Parlaments, verkündet und übergeben. Die mazedonische Regisseurin des Gewinnerfilms „Gott existiert, ihr Name ist Petrunya“ sprach in ihrer Dankesrede über diese „Frau, die sich gegen das System stellt und gewinnt“ und beschwor die EU, für Frieden und Menschenrechte weiterhin alles zu tun. Diese Rede konnte auch auf den Besuchertribünen über Kopfhörer in einer der 24 Amtssprachen angehört werden.

Anschließend wurde die Gruppe weiter durch das Parlamentsgebäude geführt und erfuhr von Herrn Gahlers Mitarbeiter viel über die Aufgaben des Europäischen Parlaments und die Arbeit der Abgeordneten, die wie Herr Gahler an diesem besonderen Tag in Straßburg einen sehr dicht getakteten Zeitplan haben und 40 Sitzungswochen pro Jahr absolvieren. Aus diesem Grund fiel die Fragenrunde der Schülerinnen mit Michael Gahler sehr kurz aus. Er antwortete jedoch offen und direkt auf die Fragen zum Austritt Großbritanniens aus der EU, zur Umweltproblematik oder zu rechtspopulistischen Strömungen in Deutschland und Europa. An Gahlers Stelle stand sein langjähriger Mitarbeiter zur Diskussion und Beantwortung der Fragen bereit. Leider wurden die Erwartungen von Schülerinnen und Lehrer/innen an den Besuch ins Europaparlament nicht eingelöst, denn aufgrund von Verspätungen und Organisationsproblemen des Besucherdienstes musste das eigentlich geplante Programm kurzfristig geändert werden. Trotz dieser Widrigkeiten war der Besuch des Europaparlaments eine gute Erfahrung, weil es nicht alle Tage möglich ist, einen Einblick in die Welt der Politik zu bekommen und immerhin lief Frau von der Leyen nahe an der Gruppe vorbei. Die Schülerinnen sagten zum Beispiel, dass allein das Gebäude des Parlaments sehr eindrucksvoll auf sie wirkte, und dass es sehr interessant war, den Plenarsaal besichtigen zu können.