Für Franziska nur noch ein Schritt bis Berlin

Für Franziska nur noch ein Schritt bis Berlin

Von den knapp 600 000 Schülern, die bundesweit in den Lesewettbewerb gestartet waren, haben es 600 in die Entscheidungen auf Bezirksebene geschafft. Elf davon waren jetzt – nebst Eltern und Großeltern – an die Heinrich-Böll-Schule (HBS) in Fürth gekommen. Der seit Jahren bewährte Ausrichter des Kreisentscheids an gleicher Stelle, die Buchhandlung Valentin aus Fürth, hatte erstmals auch das Finale des Bezirks Darmstadt Süd organisiert.

Siegerin aus Bensheim

Nach zweieinhalb spannenden Stunden stand fest: Franziska Müller von der Liebfrauenschule in Bensheim und Kolya Bärens von der Albert-Einstein-Schule in Groß-Bieberau werden Südhessen beim Landesentscheid in Frankfurt vertreten.

Der Lesewettbewerb für Schüler der sechsten Klassen wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ausgerichtet. Ihn gibt es seit 60 Jahren und er gilt als der größte Wettbewerb für Schüler bundesweit. Die Schirmherrschaft hat dementsprechend Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übernommen - wie seine Vorgänger auch.

Wer Bücher liest, hat gewonnen

„Es ist uns eine Ehre, diesen Bezirksentscheid ausrichten zu dürfen“, sagte Anja Röder von der Buchhandlung bei der Begrüßung der Teilnehmer. Von einem „tollen Ereignis“ sprach auch der Leiter der HBS, Alexander Hauptmann. Die verständlicherweise etwas nervös auf ihren Stühlen sitzenden Teilnehmern beruhigte er: „Ihr seid alle bereits Gewinner.“ Hauptmann bezog sich dabei nicht nur auf die Tatsache, dass alle Schüler bereits auf Schul- und Kreisebene ihre Klasse als Vorleser bewiesen hatten. Er sagte: „Wer Bücher liest, der hat alleine schon deswegen gewonnen.“

Beim anschließenden Wettbewerb las jedes Kind zunächst aus einem selbst gewählten Buch. So groß wie die Bandbreite der gewählten Literatur war – von Harry Potter, über das Tintenherz und die Prinzessin undercover bis hin zum Samurai – so klein waren die Qualitäts-Unterschiede zwischen den Teilnehmern. Keine leichte Aufgabe für die fünfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Kerstin Schmidt vom Fachbereich Deutsch an der Heinrich-Böll–Schule.

Die Nuancen finden

Die knifflige Aufgabe, jene Nuancen zu finden, die am Ende den kleinen Unterschied ausmachen, erleichterte auch der zweite Wettbewerbsteil nicht: Dabei durften die Schülerinnen und Schüler aus einem „Fremdtext“ lesen. „Tanz der Tiefseequalle“, einen Roman von Stefanie Höfler, hatten die Organisatoren dafür ausgesucht.

„Wir sind überrascht, wie toll alle diese Aufgabe gemeistert haben“, sagte Kerstin Schmidt anschließend. Und dies, obwohl es eine durchaus ungewohnte Situation ist, sich einer größeren Zuhörerschaft und einer Jury zu stellen. Aber die Nervosität war schnell verflogen, wenn die ersten Zeilen gelesen waren. „Es war ein erfreuliches hohes Niveau“, bilanzierte Kerstin Schmidt am Ende - und tatsächlich nur kleine Nuancen, welche die Entscheidung der Jury ausmachten.

Für die beiden Bezirkssieger Franziska Müller und Kolya Bärens bedeutet es, dass sie zu einem exklusiven Kreis von rund 150 Kindern gehören, die sich nun auf Landesebene messen. Und den Besten dort winkt die Teilnahme am Bundesfinale, das in Berlin stattfindet.

BA, 12.04.2019