Hessische Schulen von Bundesstiftung ausgezeichnet

Schwerpunkte in Naturwissenschaft, Technik und Digitalisierung / Energiewende im Unterricht verankern

Die Energiewende ist bundesweit ein zentrales Vorhaben der nächsten Jahre, „ein wichtiger Mosaikstein bei der Umsetzung der Energiewende ist die Implementierung in den Schulunterricht“, so Alexander Bonde, der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Er zeichnete 13 Schulen im Rahmen einer Festveranstaltung im hessischen Landtag vor rund 150 Vertretern aus Schule, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft aus.

Viel Engagement der Lehrer

Die Schulen und ihre engagierten Lehrer seien Vorbilder dafür, dass aktuelle umweltpolitische Themen mit gesellschaftlicher Bedeutung in den Fachunterricht eingebaut werden. Bonde: „Den ausgezeichneten Lehrern ist es gelungen, das Thema alltags- und unterrichtsnah aufzubereiten. Sie sind Pioniere für die Integration der Energiewende in den Fachunterricht.“ Weitere 47 Schulen wurden aufgrund ihrer vorbildlichen Schwerpunktsetzung zu naturwissenschaftlich-technischen Fächern und zur Digitalisierung ausgezeichnet.

Vorbildfunktion

Bundesweit sei es immer noch nicht gelungen, das Thema nachhaltige Energiewende in den zentralen naturwissenschaftlich-technischen Schulfächern zu verankern und so die Bedeutung für Mensch, Umwelt und Wirtschaft zu vermitteln. Die bei der Festveranstaltung ausgezeichneten Schulen hätten eine Vorbildfunktion, weil sich ihre Lehrer mit viel Engagement selbst einbringen würden, um ein Thema von größter gesellschaftlicher Bedeutung für den Unterricht angemessen aufzubereiten.

Ziel müsse sein, Fachlehrern die Kompetenz zu vermitteln, wie ein didaktisch und methodisch fundierter Unterricht in hoher Qualität durchgeführt werden könne. Das gelinge über qualitativ hochwertige Unterrichtsmaterialien für Lehrer der sogenannten MINT-Fächer, also Lehrer, die Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik unterrichten. Genau hier setze das vom hessischen Kultusministerium und von der DBU fachlich und finanziell geförderte Projekt „Schule 3.0 –Energiewende in den Unterricht“ an, das vom Zentrum für Chemie (ZFC, Bensheim) durchgeführt wird.

Bei der Festveranstaltung wurden 50 Lehrer aus 13 südhessischen Schulen geehrt, die in den letzten beiden Schuljahren an dem Projekt teilgenommen haben. In Kooperation mit Hochschulen, Verbänden und Unternehmen hatten sie berufsorientierte Unterrichtseinheiten für die Fächer Chemie, Informatik, Mathematik und Physik entwickelt und diese in der Unterrichtspraxis erprobt.

In Arbeitsgruppen hatten sich die Lehrer mit der Brennstofftechnologie, organischer Elektronik, virtuellen Kraftwerken und Windkraft beschäftigt. „Es zeigt sich, dass eine wiederholte Auseinandersetzung mit der Thematik über einen längeren Zeitraum für das Erstellen eigener, hochwertiger Unterrichtseinheiten ausschlaggebend ist“, erläuterte Projektleiter Dr. Thomas Schneidermeier, ZFC-Vorstandssprecher. Das Thema Energiewende werde dadurch dauerhaft in den Unterricht der beteiligten Netzwerkschulen eingebaut.

Für Lehrer und Schüler

Im aktuellen Schuljahr soll es im Projekt darum gehen, die entstandenen Unterrichtseinheiten kontinuierlich weiterzuentwickeln und über Unterrichtsportale, Fortbildungen und Messen weiteren Schulen verfügbar zu machen. „Entwickelt von Lehrern für Lehrer und Schüler werden die Unterrichtsmaterialien große Aufmerksamkeit erzeugen", so Bonde – „auch über Hessens Landesgrenzen hinaus".

Im Rahmen der Festveranstaltung wurden außerdem weitere 37 Schulen aus Hessen als „MINT-freundliche Schule“ ausgezeichnet. Davon wurden 19 Schulen erstmals geehrt, weitere 18 nach dreijähriger erfolgreicher MINT-Profilbildung erneut ausgezeichnet. Zudem erhielten zehn weitere Schulen das Siegel „Digitale Schule". Sie hatten eine Standortbestimmung sowie eine Selbsteinschätzung zum Thema Digitalisierung vorgenommen und Anregungen eines fachlichen Leitfadens erfolgreich umgesetzt.

Thomas Sattelberger, Vorsitzender der BDA/BDI-Initiative „MINT Zukunft schaffen!": „1700 MINT-freundlichen Schulen öffnen sich stärker für die Digitalisierung. Sie wollen Schulentwicklung mit digitaler Transformation verknüpfen."

60 hessische Schulen wurden als Vorbilder in Sachen Naturwissenschaften/Technik ausgezeichnet. Darunter auch einige aus dem Kreis Bergstraße.

Projektschulen: Schule 3.0 – Energiewende in den Unterricht: Altes Kurfürstliches Gymnasium Bensheim, Goethe-Gymnasium Bensheim.

MINT-freundliche Schule: (erstmalige Auszeichnung) Schlossbergschule Auerbach, Alexander-von-Humboldt-Schule Viernheim; (erneute Auszeichnung) Liebfrauenschule Bensheim, Erich-Kästner-Schule Bürstadt.

„Digitale Schule": Schlossbergschule 

BA, 21.11.2018