Im Land der Gourmets – LFS zu Gast in Beaune

M. Degenhardt

Schülerinnen der LFS zu Gast an der Partnerschule Collège-Lycée St. Coeur in Beaune.

Davon, dass Frankreich (und insbesondere die Bourgogne) als Land der Gourmets gilt, konnten sich frankophile Neuntklässlerinnen und der Liebfrauenschule überzeugen, als sie acht Tage bei ihren französischen Gastfamilien in Beaune und Umgebung wohnten. Nicht nur in den Familien, sondern auch bei mehreren Aktivitäten standen verschiedene Geschmackserlebnisse im Vordergrund. So bei einer Blind-Verköstigung unterschiedlicher Fruchtsirupe im Cassissium, einer Fabrik, in der neben den Sirupen die für den Aperitif Kir unersetzliche Crème de Cassis hergestellt wird. Auch in der Senffabrik Fallot durften farblich und geschmacklich sehr unterschiedliche Senfsorten probiert und auch hergestellt werden.

Den Höhepunkt bildete jedoch das atelier pâtisserie bei der Familie Berteau, die den Mädchen die Chance bot, die Geheimnisse der Macaron-Herstellung in der laboratoire genannten Backstube kennen zu lernen. Unter Anleitung des Pâtisseriebesitzers (Pâtissier des Jahres 2015 des Gault Millau) wurde aus kochendem Wasser, Zucker und anderen Zutaten ein weicher Teig hergestellt, den Schülerinnen durch einen Spritzbeutel auf ein Backblech drückten und dabei versuchten, ebenso runde oder herzförmige Macarons wie der Chefpâtissier zu formen.

Die Stadt Beaune hat mit ihrer weltberühmten, 1443 erbauten Weltkulturerbestätte Hospices de Beaune oder Hôtel-Dieu natürlich noch ein weiteres Glanzlicht zu bieten, das jährlich Tausende Touristen aus der ganzen Welt anlockt. Auch die Altstadt und die Weinberge der Côte d’Or, die die Jugendlichen am ersten Tag mit dem Visiotrain, einer kleinen Bimmelbahn, und zu Fuß erkundeten, stießen auf große Begeisterung.

Sehr herzlich empfangen wurden die Schülerinnen im Rathaus von Beaunes  Bürgermeister Alain Suguenot, der auf die immense Bedeutung der Städtepartnerschaften als Garant für den Austausch der Kulturen und den Frieden in Europa hinwies. Dass Bensheim und Beaune nun schon seit 1960 in enger Freundschaft verbunden sind, sei nur durch das Engagement vieler Bürger und Bürgerinnen möglich, die sich für einen regen Austausch einsetzen – wie zum Beispiel beim 24-Stunden-Rennen, das genau in den Zeitraum des Austauschs fiel, sodass die Bensheimerinnen ihre Landsleute beim Radeln anfeuern konnten.

Ein großes Dankeschön gilt der Stadt Bensheim und dem Deutsch-Französischen Freundeskreis Bensheim-Beaune, die den Austausch durch einen großzügigen Zuschuss unterstützten.

Ein Tagesausflug führte nach Lyon und dort zunächst auf den auf einem Berg gelegenen Stadtteil La Croix-Rousse, einst Hochburg der industriellen Seidenweberei. Auffallend sind dort Gebäude von fünf oder sechs Stockwerken mit jeweils sehr hohen Decken und Fenstern, in denen sowohl die Wohnungen als auch die Werkstätten der Canuts, der Lyoner Seidenweber, untergebracht waren. Um die bis zu vier Meter hohen Webstühle aufbauen zu können, bedurfte es dieser ungewöhnlichen Deckenhöhe.

Eine Zahnradbahn brachte die Gruppe anschließend zu der auf dem Mont Fourvière gelegenen Basilika Notre Dame de Fourvière, um innen die beeindruckenden Mosaike und Malereien und außen den Blick über die Stadt, in der die Saône und die Rhône zusammenfließen, zu bestaunen.

Bei einem Ausflug nach Dijon lernten die Schülerinnen die Innenstadt mit ihren beeindruckenden Kirchen und Gebäuden wie den Palast der Herzöge von Burgund und den Turm Philippe Le Bon kennen. Natürlich muss jeder Tourist und jede Touristin einmal die berühmte Eule gestreichelt haben, die sich auf einem Stützpfeiler der Kirche Notre-Dame befindet und angeblich Glückbringen soll, aber nur, wenn man sie mit der linken Hand berührt.

Im Vordergrund eines Schüleraustauschs stehen natürlich das Kennenlernen der Lebenswelt des Gastlandes und das Verbessern der Sprachkenntnisse, was durch die Unterbringung in Gastfamilien und den Besuch des Unterrichts ermöglicht wurde.