Veni, vidi, amavi – Romfahrt 2024

T. Hebling (10D)

Ein Ausflug zu den alten Römern ist für die Lateinschülerinnen der Liebfrauenschule seit vielen Jahren einer der Höhepunkte ihrer Schulzeit. Alle zwei Jahre organisiert die Fachschaft Latein für Schülerinnen von der 10. Klasse bis zur Q-Phase eine zwölftägige Fahrt nach Rom und Neapel. Deshalb stiegen am 16. März wieder einmal knapp 50 Schülerinnen zusammen mit den betreuenden Lehrkräften Frau Wolf, Herr Donié und Herr Leyh sowie dem Archäologen Jörgen Welp in den Bus nach Rom. Groß war die Vorfreude bei den Teilnehmerinnen während der 15-stündigen Fahrt, die aus dem Lateinunterricht bekannten Monumente der römischen Kultur einmal in echt erleben zu dürfen.

Bereits der erste Tag in Rom blieb vielen als einer der Höhepunkte in Erinnerung. In drei Gruppen wurden wir bei bestem Wetter von den Lehrkräften durch das Kolosseum und über das Forum Romanum geführt. Nachdem wir die beeindruckenden Tempel, Triumphbögen und Denkmäler zuerst aus der Nähe besichtigt hatten, liefen wir zum Abschluss des Tages auf den Palatin, um die imposante Kulisse nochmal von oben zu bewundern.

Köstliches Eis und knusprige Pizza – das ist, was die meisten neben den alten Römern am meisten mit Italien verbinden. Beides haben wir am zweiten Tag zum ersten, aber nicht zum letzten Mal genossen. Denn nach einem ausgedehnten Spaziergang durch das ehemalige Arbeiterviertel Trastevere, bei dem die Renaissancevilla Farnesina sowie der Pantheon und die Piazza Navona erkundet wurden, belohnten wir uns mit dem – nach Aussage von Herrn Leyh –  besten Eis in ganz Rom und einem gemeinsamen Abendessen in Frascati.

Auf zwei weitere der sieben berühmten Hügel Roms ging es am nächsten Tag.  Auf dem Aventin konnten wir durch einen Blick durch „Il buco di Roma“, das berühmteste Schlüsselloch der Welt, einen Vorgeschmack auf den nächsten Tag erhaschen: nämlich eine perfekte Sicht auf den Petersdom. Am Nachmittag folgte der kapitolinische Hügel, in dessen Museen unter anderem die Kapitolinische Wölfin ausgestellt ist.

Die Engelsburg und die Vatikanischen Museen inklusive der Sixtinischen Kapelle standen an Tag vier auf dem Programm. Zur Entschädigung für die sehr langen Anstehzeiten vor diesen beiden Sehenswürdigkeiten bekamen wir am Tag darauf extra viel Freizeit, die von vielen zur Erkundung der Shopping Passagen genutzt wurde.

Leider neigte sich die Zeit in Rom viel zu schnell ihrem Ende zu. Am letzten Tag besichtigten wir etwas außerhalb der Stadt noch die Villa des Kaisers Hadrian, die aufwendigste und größte Palastanlage, die ein Kaiser je errichten ließ sowie die Villa d‘Este, deren Renaissancegarten zu einem Picknick mit wunderschönem Ausblick einlud. Am Abend verabschiedeten wir uns aus Rom und steuerten mit dem Bus unser zweites Ziel Neapel an, das viele Schülerinnen durch den Lateinunterricht vor allem mit dem berühmten Vesuvausbruch und der Verschüttung Pompeiis verbanden.

In Neapel ging es zunächst nach Herculaneum, das ebenfalls durch den Vulkanausbruch untergegangen war. Die einstige Hafenstadt wurde von vielen reichen Römern bewohnt und ist sogar in noch besserem Zustand als Pompeii, weshalb dort eindrucksvolle Villen und hervorragend erhaltene Wandmalereien bestaunt werden konnten. Den Nachmittag verbrachten wir fernab des Trubels in der Grotte der Sibylle von Cumae, der Sage nach der Ort, an dem Aeneas, der Gründervater der Römer, nach seiner langen Flucht aus Troja an Land ging. Am nächsten Tag besuchten wir zuerst das Nationalmuseum im Stadtzentrum von Neapel, das eine der bedeutendsten archäologischen Sammlungen der Welt enthält, bevor wir am Nachmittag die Stadt in Kleingruppen erkundeten.

Natürlich nutzten wir auch die Gelegenheit, Neapels malerische Lage am Meer wurde zu genießen.  Abends trafen wir uns mit Pizza an einem Strand in Hotelnähe, um einen atemberaubenden Sonnenuntergang zu beobachten .

Am nächsten Morgen ermöglichte uns der Aufstieg zu den hoch über dem Meer gelegenen Villen von Stabiae einen weiteren  eindrucksvollen Blick auf die Landschaft und den Vesuv. Die danach besichtigten Tempel von Paestum beeindruckten vor allem durch ihren hervorragenden Zustand. Beschlossen wurde der Tag mit einem weiteren gemeinsamen Abendessen, bei dem wir die beliebte neapolitanische Pizza ausgiebig testeten.

Am letzten Tag freuten sich viele sehr, denn nun stand endlich das groß angekündigte Pompeji auf dem Plan. Wir wurden nicht enttäuscht, denn nicht nur Forum, Villen, Amphitheater und Therme sondern auch Statuen, Mosaike, Wandmalereien und sogar ganze Inneneinrichtungen waren allesamt hervorragend erhalten. Nirgends konnten wir besser nachempfinden, wie die Römer damals lebten als an diesem Ort. Pompeji vermittelte allen das Gefühl, als wären wir für einen Tag zurück in die Antike versetzt worden. 

Auch der am Nachmittags einsetzende Regen konnte die gute Stimmung nicht trüben, war das Wetter doch während der gesamten Reise immer sonnig und angenehm warm gewesen. Und so traten wir am Abend mit vielen schönen und lustigen Erinnerungen, viel neuem Wissen und vielen tollen Eindrücken die lange Heimreise nach Hause an.