Auf den Spuren der kleinsten Teilchen
15.01.2026Auf den Spuren der kleinsten Teilchen bei einer Fortbildungsexkursion zum CERNDie Lehrkräfte Lars Schlichtherle und Florian Grewe begaben sich im Rahmen einer besonderen physikalischen Fortbildungsexkursion auf den Weg zum CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire) in Genf, dem weltweit größten Forschungszentrum für Teilchenphysik. Die Exkursion bot einen intensiven Einblick in moderne Grundlagenforschung, internationale Zusammenarbeit und technische Höchstleistungen, die weit über den schulischen Physikunterricht hinausgehen.Nach der nächtlichen Anreise erreichte die Gruppe am Morgen das CERN-Gelände am Science Gateway in Meyrin. Dort erwartete die Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Programm, das sowohl theoretische Hintergründe als auch konkrete Einblicke in die Forschungspraxis vermittelte.Das CERN wurde 1954 gegründet und ist heute ein internationales Forschungszentrum mit über 20 Mitgliedsstaaten. Tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten hier gemeinsam an grundlegenden Fragen der Physik. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Fragen, woraus unsere Welt besteht und welche Kräfte im Innersten der Materie wirken. Ein zentraler Bestandteil der Forschung sind große Teilchenbeschleuniger, insbesondere der Large Hadron Collider (LHC), der mit einem Umfang von 27 Kilometern unter der Erde verläuft. In ihm werden Teilchen nahezu auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und zur Kollision gebracht, um neue Teilchen und Wechselwirkungen zu entdecken.Ein besonderes Highlight der Exkursion war der Besuch der Antimatter Factory. Dort wird Antimaterie in winzigen Mengen erzeugt, gespeichert und untersucht. Ziel dieser Forschung ist es unter anderem, zu verstehen, warum unser Universum heute fast ausschließlich aus Materie besteht.Ein weiterer Programmpunkt führte ins CERN Data Centre. Dort werden die enormen Datenmengen verarbeitet, die bei den Experimenten entstehen. Dabei wurde deutlich, wie eng moderne Physik mit Informatik, Digitalisierung und internationaler Vernetzung verbunden ist. Historisch bemerkenswert ist zudem, dass am CERN das World Wide Web entwickelt wurde.Ergänzt wurde das Programm durch den Besuch der Ausstellungen am CERN. In anschaulichen und interaktiven Präsentationen wurden komplexe Inhalte der Teilchenphysik verständlich vermittelt.Die Exkursion bot zahlreiche Impulse für den Physik- und Informatikunterricht. Der direkte Kontakt mit aktueller Forschung machte deutlich, wie lebendig und relevant Naturwissenschaften sind. Die gewonnenen Eindrücke werden nachhaltig in die schulische Arbeit hineinwirken.Lars Schlichtherle

