Fünf Projekte, zwei Regionalsiege und ein starkes Signal für MINT

28.02.2026

Fünf Projekte, zwei Regionalsiege und ein starkes Signal für MINT
Beim Regionalentscheid von Jugend forscht am Samstag, den 21.02.2026, auf dem Gelände der BASF in Lampertheim zeigte die Liebfrauenschule eindrucksvoll, welches Potenzial in ihren Schülerinnen steckt. Mit zwei ersten Plätzen und der damit verbundenen Qualifikation für den Landesentscheid in Kassel im März, mehreren zweiten Plätzen sowie zusätzlichen Sonderpreisen war der Wettbewerb ein außergewöhnlicher Erfolg. Besonders bemerkenswert ist, dass erstmals zwei Projekte der LFS auf Landesebene vertreten sein werden.

Die betreuenden Lehrkräfte Lars Schlichtherle, Florian Grewe und Dr. Nicolas Chalwatzis zeigten sich entsprechend stolz und zufrieden mit dem Abschneiden ihrer Teams.

Einen ersten Platz in der Sparte Jugend forscht Junior im Themengebiet Arbeitswelt erreichten Hannah Brück und Elisabeth Neubauer aus der MINT-Klasse 7A gemeinsam mit Antonia Töpfer aus der Kreativ-Klasse 7B. Ihr Projekt trägt den Titel „Arthrose-Assistenzhandschuh 2.0“ und knüpft an eine bereits im vergangenen Jahr entwickelte Idee an.

Damals entstand ein erster funktionsfähiger Prototyp eines Assistenzhandschuhs für Menschen mit Arthrose, der die Greifbewegung motorisch unterstützt, Schmerzen reduziert und alltägliche Handbewegungen erleichtert. In diesem Jahr ging es darum, den Prototyp gezielt weiterzuentwickeln.

Die Schülerinnen nahmen das Feedback der Jury ernst und setzten eigene neue Ideen konsequent um. Sie integrierten eine Sprachsteuerung, sodass der Handschuh intuitiver bedient werden kann. Außerdem entwickelten sie eine schützende Ummantelung für die Technik, um das System alltagstauglicher und robuster zu machen. Die Motorik wurde so erweitert, dass nun alle Finger in das Unterstützungssystem eingebunden sind.

Besonders überzeugend war, dass ältere Testpersonen aus dem Caritasheim St. Elisabeth in Bensheim den weiterentwickelten Handschuh ausprobieren konnten und ihre Rückmeldungen systematisch in die Optimierung einflossen. Die Jury würdigte vor allem die gesellschaftliche Relevanz des Projekts, die klare Ausrichtung an realen Bedürfnissen sowie die technisch anspruchsvolle Umsetzung. Mit dem ersten Platz qualifizierten sich die drei Schülerinnen für den Landesentscheid in Kassel.

Ebenfalls einen ersten Platz in der Sparte Jugend forscht Junior im Themengebiet Arbeitswelt erreichte Helena Reuther aus der MINT-Klasse 8A mit ihrem Projekt „Der smarte Leckerli-Automat“.

Ausgangspunkt war eine Beobachtung aus dem eigenen Alltag: Viele Hunde rennen bellend zur Tür, sobald es klingelt. Eine Umfrage unter 32 Hundebesitzern ergab, dass rund 78 Prozent dieses Problem kennen. Helena untersuchte daraufhin die wissenschaftlichen Hintergründe. Sie beschäftigte sich mit Lernmethoden nach dem Prinzip „Wenn–dann“ sowie mit der Rolle des limbischen Systems im Gehirn von Hunden.

In ersten Trainingsversuchen mit fünf Hunden konnte sie zeigen, dass durch positive Verstärkung ein alternatives Verhalten aufgebaut werden kann. Darauf aufbauend entwickelte sie einen smarten Leckerli-Automaten, der beim Türklingeln schrittweise Belohnungen ausgibt und so das Verhalten der Hunde umlenkt. Besonders beeindruckend ist, dass sie für ihre Erfindung bereits ein Patent angemeldet hat.

Die Qualität der beiden Arbeitswelt-Projekte war so hoch, dass die Jury entschied, beide zum Landesentscheid weiterzuleiten. Damit setzten sich die Schülerinnen gegen drei weitere starke Projekte durch.

Auch in den naturwissenschaftlichen und technischen Fachgebieten überzeugten die Teams der Liebfrauenschule.

Pauline Lauth und Emily Ehrhard aus der MINT-Klasse 6A erreichten mit ihrem Projekt „Solarofen – eine günstige und clevere Methode zum Backen nur aus Alltagsgegenständen“ den zweiten Platz in der Sparte Jugend forscht Junior im Themengebiet Physik.

Die beiden bauten aus einfachen Materialien wie einem Schuhkarton oder Pizzakarton funktionsfähige Solaröfen. Ziel war es, durch geeignete Dämmung und Reflexion eine möglichst hohe Temperatur im Inneren zu erreichen. Sie testeten verschiedene Versionen mit unterschiedlichen Dämmmaterialien und maßen systematisch die Temperaturdifferenz zur Außentemperatur. Die Verbindung aus Nachhaltigkeit, experimenteller Genauigkeit und kreativer Umsetzung wurde zusätzlich mit dem Sonderpreis Umwelttechnik ausgezeichnet.

Zoë Nuccio und Emma Schneider aus der MINT-Klasse 8A erzielten mit ihrem Projekt „Optimierung eines Saugroboters“ den zweiten Platz in der Sparte Jugend forscht Junior im Themengebiet Technik.

In ihrem Projekt konstruierten und programmierten sie einen eigenen Staubsaugerroboter auf Basis eines Elektronik- und Robotik-Bausatzes. Ziel war es, verschiedene Navigationsalgorithmen zur Wegfindung und Flächenabdeckung zu implementieren und systematisch zu vergleichen. Getestet wurden einfache Zufallsbewegungen ebenso wie strukturierte Rasterbewegungen, Spiralmuster und kollisionsbasierte Strategien.

Die Schülerinnen analysierten, welcher Algorithmus die Fläche am effizientesten abdeckt und Hindernisse am besten umgeht. Für diese gelungene Verbindung von praktischer Konstruktion und theoretischer Informatik erhielten sie neben dem zweiten Platz auch ein Jahresabonnement der c’t – Magazin für Computertechnik als Sonderpreis.

In der Sparte Jugend forscht erreichte Clara Nuccio aus der Klasse 10A mit ihrem Projekt „Jupiter im Fokus – die Rotationsdauer aus eigener Beobachtung“ den zweiten Platz im Themengebiet Geo- und Raumwissenschaften.

Clara untersuchte mithilfe eines Teleskops, ob und wie sich die Rotation des Planeten Jupiter durch eigene Beobachtungen nachweisen lässt. Dazu wertete sie Aufnahmen aus, die im Abstand von zwei Stunden aufgenommen wurden, und bestimmte aus der Verschiebung markanter Strukturen auf der Jupiteroberfläche die Rotationsdauer.

Unterstützt wurde sie dabei unter anderem vom Förderverein der Liebfrauenschule, der die Anschaffung eines neuen Teleskops ermöglichte. Zusätzlich erhielt Clara den Teilnehmendenpreis Jugend forscht, der von den Wettbewerbsteilnehmenden selbst vergeben wird und mit 75 Euro dotiert ist. Diese Auszeichnung ist eine besondere Anerkennung durch Gleichaltrige.

Lars Schlichtherle
Fünf Projekte, zwei Regionalsiege und ein starkes Signal für MINT
Fünf Projekte, zwei Regionalsiege und ein starkes Signal für MINT