Philosophie & Latein
27.04.2026Eine besondere Woche in RomAls mir Herr Donié zu Beginn des Jahres die Broschüre zur Lateinakademie überreichte, war für mich schnell klar, dass ich unbedingt daran teilnehmen wollte. Die Akademie lädt jedes Jahr zwanzig Jugendliche aus ganz Deutschland zu einer einwöchigen Reise nach Rom ein, um sich unter dem Titel „Libertas et conscientia – Freiheit und Gewissen“ mit der Summa Theologiae des Theologen und Philosophen Thomas von Aquin auseinanderzusetzen. Veranstaltet wird das Programm von der young leaders GmbH, einem Unternehmen, das sich der Bildung und Förderung junger Menschen widmet.Für die Teilnahme an der Akademie, die in der zweiten Woche der Osterferien stattfand, war zunächst eine Online-Bewerbung erforderlich. Neben guten Latein- und Englischkentnissen spielte dabei auch ehrenamtliches Engagement eine wichtige Rolle. Deshalb besorgte ich mir Nachweise für meine ehrenamtlichen Tätigkeiten und lud diese zusammen mit meinen Zeugnissen im Bewerbungsportal hoch. Obwohl ich mir gute Chancen ausrechnete, blieb es spannend, bis ich Anfang März schließlich die Zusage erhielt.Am Ostermontag ging es los. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmern – elf Mädchen und acht Jungen – traf ich mich am Frankfurter Flughafen, um nach Rom zu fliegen. Im Gepäck hatten wir alle neben den Texten von Thomas von Aquin auch unser Lateinisch-deutsches Schulwörterbuch – den „Stowasser“. In Rocca di Papa, etwa 25 Kilometer südöstlich von Rom, übersetzten wir eine Woche lang lateinische Quelltexte, analysierten deren Inhalte und diskutierten sie gemeinsam mit Universitätsprofessoren aus aller Welt – meist in englischer Sprache. Obwohl wir den ganzen Tag Programm hatten, waren die Tage mit den verschiedenen Dozenten sehr abwechslungsreich und die Zeit verging wie im Flug. Besonders viel Spaß machte mir das Übersetzen, aber auch die philosophischen Gespräche über Fragen wie „Was ist gut?“ und „Was ist böse?“ waren sehr spannend.Untergebracht waren wir am Lago Albano in einem Kloster, dass sehr idyllisch an einem Berghang liegt und von dem aus man einen beeindruckenden Blick auf den See hat. Auch das hervorragende italienische Essen war ein besonderes Erlebnis. Ein weiterer Höhepunkt war der Ausflug nach Rom in die Vatikanischen Museen, wo mich vor allem die antiken Statuen fasziniert haben. Auch mit den anderen Teilnehmern habe ich mich sehr gut verstanden. Trotz der unterschiedlichen Persönlichkeiten ist die Gruppe schnell zusammengewachsen und auch außerhalb des offiziellen Programms haben wir viel Zeit miteinander verbracht, zum Beispiel beim Schwimmen im See, bei Wanderungen über das Klostergelände oder bei gemeinsamen Spieleabenden.Mein Fazit nach einer Woche Lateinakademie ist sehr positiv: Ich habe unglaublich viel mitgenommen und tolle Erfahrungen gemacht. Wer Latein mag, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.Theresia Hebling, Q2



