Umweltschule

Die Liebfrauenschule ist seit vielen Jahren „Hessische Umweltschule“ und hat das begehrte Zertifikat im Oktober 2021 bereits zum 14. Mal in Folge erhalten. Mit dem Zertifikat werden Schulen gewürdigt, die sich besonders im Bereich Umweltbildung und ökologische Bildung engagieren. Ein Ziel der sogenannten Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist es, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, einen nachhaltigen Lebensstil zu entwickeln.

Viele der bereits bestehenden Projekte wurden erfolgreich fortgeführt, bspw. die Erweiterung des Schulvivariums unter Führung der Vivarium AG. Einige Lerngruppen der Liebfrauenschule haben durch das Anpflanzen von Bäumen den Garten des Hospizes Bergstraße mitgestaltet und das Gelände beim ökologischen Anbau von Kartoffeln mitgenutzt. Zudem wurden einige Grünflächen auf dem Schulgelände erneuert. Auch das seit vielen Jahren etablierte Abfall- und Recyclingkonzept wurde weiter verbessert und durch Sammelprojekte wie „Stifte machen Mädchen stark“ ergänzt.

Ein Highlight ist sicherlich das Hochbeet, welches von der Umwelt AG in einem vergangenen Schuljahr auf der Terrasse des Maria Ward-Gebäudes aufgestellt wurde. Bepflanzt wurde es u.a. mit Tomaten, Rosmarin, Lavendel, Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Zitronenmelisse, Thymian und weiteren Kräutern, die sonnige Standorte vertragen. Die Umwelt AG sorgt für die Instandhaltung, Pflege und die regelmäßige Bewässerung des Hochbeetes; der WPU-Kurs „Fit und gesund“ nutzt die Pflanzen für die Zubereitung seiner Fitness-Snacks. Durch die unmittelbare Verwertung der angebauten Kräuter und Tomaten lernen die Schülerinnen eine ökologische Produktion und Nutzung von Lebensmitteln kennen – ein anschauliches Beispiel für Nachhaltigkeit und Umweltschutz!

Dieses stellt jedoch nur ein Projekt unter vielen Aktionen zur Begrünung und Nutzbarmachung des Schulhofs für Pflanzen und Tiere dar. Zu diesen gehören auch das Anlegen einer ‚wilden Ecke‘ im Sinne eines Blühbereichs und einer Trockenmauer, das Aufstellen eines Insektenhotels sowie das Aufhängen von Nistkästen. Mit der Zertifizierung als „Hessische Umweltschule“ ist die LFS automatisch Teil des Schulnetzwerks „Nachhaltigkeit lernen in Hessen“.

Betreuende Lehrkräfte:
Theresa Wegat
Doris Bauer

Auszeichnung Umweltschule

Umweltschulen im Kreis Bergstraße: Von Schul-Hühnern bis zum Müll-Friedhof

 „Umweltschule – Lernen und Handeln für unsere Zukunft“ ist eine Auszeichnung, die vom hessischen Umwelt- und Kultusministerium für besonderes Engagement einer Schule im Bereich Umweltbildung und ökologische Bildung vergeben wird. Gewürdigt werden soll die Verbesserung der Qualität von Unterricht und Schulleben im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung.

Vor einigen Tagen war es wieder soweit: Im Rahmen eines Regionaltreffens und einer Fortbildungsveranstaltung der südhessischen Umweltlehrer im Naturschutzzentrum Bergstraße (NZB) – eines von insgesamt elf Umweltbildungszentren – zu den Schwerpunktthemen Biodiversität, Boden, Klima und Wasser wurden 19 Schulen unterschiedlicher Schulformen aus ganz Südhessen ausgezeichnet.

Zertifizierung für zwei Jahre

Landeskoordinatorin Silke Bell und Jan Kirchbein, regionaler Berater der Umweltschulen, überreichten den Vertretern der ausgezeichneten Einrichtungen – darunter die „Neulinge“ Karl-Kübel-Schule Bensheim, Alexander-von-Humboldt-Schule Viernheim, Gymnasium Gernsheim, die Hans-Gustav-Röhr-Schule Ober-Ramstadt und die Reichenberg Schule Reichelsheim – Urkunden und Buchpräsente in einer kleinen Zeremonie. Die Zertifizierung gilt jeweils für zwei Jahre.

„Gerade jetzt in diesen verrückten Zeiten von Pandemie und Angriffskrieg in Europa“ sei Umweltschularbeit wichtiger denn je, erklärte Bell. Trotz Distanz- und Wechselunterricht, trotz unzähliger Hygieneregeln in den beiden vergangenen Jahren, seien die Bewerbungen als Umweltschule erfreulicherweise nicht zurückgegangen.

Mit kleinen und großen Projekten im Erlebnisraum Schule lernten Schüler und Lehrer gemeinsam einen bewussten, besseren Umgang mit Natur und Umwelt. Dank sagte die Koordinatorin der Initiative Umweltschule den Schulleitungen für ihre Unterstützung. „Bleiben sie dran“, rief sie zur weiteren Mitarbeit auf.

Wie vielseitig, spannend, fantasiereich und effektiv die individuellen Projekte der Schulen sind, zeigte sich bei deren Vorstellung. Die Liebfrauenschule Bensheim beispielsweise macht sich mit der Umwelt AG für ein energiekonformes Klassenzimmer stark, baut Vogelhäuschen und Mini-Insektenhotels und hat die Aktion Müllmonster ins Leben gerufen. Nach den Osterferien steht eine Geschenk-Börse auf der Agenda.

Solaranlage auf dem Schuldach

Beim Alten Kurfürstlichen Gymnasium in Bensheim reicht das Engagement der Schüler von Baumpflanzaktionen bis zum Klimafasten. Geplant ist ein Secondhand-Markt.

Auf dem Gelände der Geschwister Scholl-Schule sind vor einem Jahr etliche Hühner in ein Gehege eingezogen. „Die Schüler sind begeistert. Viele beobachten die Tiere oder sitzen einfach nur da und kommen zur Ruhe“, so die Projektbetreuerin, die auch von der Solaranlage auf dem der der Gesamtschule im Bensheimer Westen und den Schwierigkeiten von der Finanzierung bis zur Realisierung berichtete.

Die Kirchbergschule Bensheim baut ein Außenklassenzimmer, die Grundschule Beerfurth hat Lebensräume für Wildbienen geschaffen, will die Eltern-Taxis abschaffen und stattdessen „das Laufen mit unserer Aktion 100 Tage Klimalaufen attraktiver machen.“ In der Schule am Sportpark im Erbach im Odenwald kümmern sich die Schüler nicht nur um die Pflege und Rettung von Streuobstwiesen, sondern haben sich einen Müll-Friedhof ausgedacht. Dort vergaben die Kinder „Kaugummi, Plastik, Verpackungen etc.“ und sehen nach einer gewissen Zeit nach, „was übriggeblieben ist.“

Reicher Schatz an Ideen

Die Vögel haben es den Schülern des Bensheimer Goethe-Gymnasiums angetan. Sie besuchen klassenweise den Vogelpark in Lorsch, bauen unter anderem Futterrahmen und Mauserseglerkästen.

Veronika Lindmayer, pädagogische Leiterin des Naturschutzzentrums, pädagogische Leiterin, zeigte sich am Ende des Treffens und der Auszeichnungsveranstaltung begeistert von den Ideen und dem Engagement der Schüler und sprach von einem großen Netzwerk: „Wir versuchen viele der Anregungen, die wir heute von den Teilnehmern bekommen haben, zu speichern und umzusetzen.“

Gerlinde Scharf, BA, 07.04.2022

Umweltpatinnen

In jeder Klasse haben zwei Schülerinnen die Aufgabe, als sogenannte Umweltpatinnen ihre Lerngruppe zu einem verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt und wertvollen Ressourcen zu motivieren. So beraten sie ihre Mitschülerinnen unter anderem, wie sinnvoll geheizt, richtig gelüftet und Müll korrekt getrennt wird. Für ihren wichtigen Einsatz für die Schulgemeinde werden die Schülerinnen zum Ende des Schuljahres mit einem Ausflug belohnt. So wurde beispielsweise mit einem Rangerteam der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald näher erkundet oder auch das Naturschutzzentrum an der Erlange besucht.

Wettbewerb „Umweltklasse“/ „sauberes Klassenzimmer“

In jedem Schuljahr prämiert die Umwelt-AG die Umweltklasse des Jahres.

Bei dem Wettbewerb gilt es nicht nur, die eigenen Klassenräume in Ordnung zu halten und den Müll sauber zu trennen, sondern auch den Energieverbrauch zu verringern. Ein bedeutender Aspekt ist hierbei das Temperaturmanagement, bei dem die Klassen unter anderem eigenverantwortlich die Temperatur im Klassenzimmer ermittelten, die Heizung entsprechend regulierten und den Raum kontrolliert lüfteten. Die Einhaltung dieser und weiterer Kriterien wird im Verlauf des Schuljahres regelmäßig überprüft und von der Umwelt-AG ausgewertet.

Über den Sieg und entsprechende Preise ist die Freude bei den Preisträgern aus der Unter- und Mittelstufe in jedem Jahr groß.

Plant-for-the-Planet

Die LFS als Umweltschule unterstützt immer wieder aktuelle Projekte im Sinne der Nachhaltigkeit. So sammelt die Umwelt-AG der Liebfrauenschule alte Stifte, um sie recyceln zu lassen. Hiermit unterstützte die gesamte Schulgemeinschaft ein Projekt des Weltgebetstags. Das konkrete Projekt ermöglichte 200 Mädchen in einem Flüchtlingscamp im Libanon den Schulunterricht.

Im Rahmen der Initiative ‚Plant-for-the-Planet‘ ließen sich 21 Schülerinnen der Liebfrauenschule und 43 Schülerinnen und Schüler weiterer Schulen zusammen mit der hessischen Ministerin für Umwelt und Klimaschutz, Frau Priska Hinz, zu Botschaftern für Klimagerechtigkeit ausbilden lassen. Nach einer Video-Botschaft der Partner-Akademie in Bhopal (Indien) lauschten die Kinder im Forum unserer Schule mit gespitzten Ohren den Worten der beiden Botschafter für Klimagerechtigkeit Clara und Moritz. In ihrem Vortrag „Jetzt retten wir Kinder die Welt“ erklärten die Jugendlichen die Zusammenhänge zwischen dem Treibhauseffekt, der Fotosynthese, globaler Gerechtigkeit, „Plant-for-the-Planet“ und was die Kuh mit der Klimakrise zu tun hat.

Nach einer Stärkung in der Kantine der Liebfrauenschule kamen der Bensheimer Bürgermeister Rolf Richter und Umweltministerin Priska Hinz in unsere Schule, um gemeinsam mit den Kindern zum Niederwaldsee zu fahren und dort 125 junge Eichen zu pflanzen.